Bildungsmonitoring

Was ist los in Sachen Bildung in der Region?

Seit 2016 gibt es für Coburg Stadt und Land ein gemeinsames Bildungsmonitoring. Die Maßnahme wird im Rahmen des Programms „Bildung integriert“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Das Thema Bildung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und gilt als eine der wichtigsten strategischen Ressourcen. Um ein aufeinander abgestimmtes kommunales Bildungssystem zu unterhalten, sind genaue Grundlagen in Form von Zahlen, Daten und Fakten nötig. Deshalb gibt es seit Oktober 2016 sowohl für den Landkreis als auch für die Stadt Coburg eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, die Monitoring für die regionale Bildungslandschaft durchführt, dessen Ergebnisse als Grundlage für das Bildungsmanagement von Stadt und Land dienen – im besten Falle sogar darüber hinaus. Das Projekt wird im Rahmen von „Bildung integriert“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert. „Ziel ist es, Ressourcen gemeinsam zu nutzen, um unsere Region als Bildungsstandort langfristig zu stärken. Viele Institutionen in Stadt und Landkreis sind eng miteinander verbunden. Aus diesem Grund streben wir als Bildungsregion in weiten Teilen auch ein gemeinschaftliches Bildungsmonitoring an“, erklärt Tina Förtschbeck, die für das Monitoringverfahren verantwortlich ist. Eine verantwortungsvolle Aufgabe für die studierte Soziologin, denn mit Hilfe ihrer Auswertungen können Problemlagen entdeckt und Herausforderungen frühzeitig erkannt werden. Steigt beispielsweise die Anzahl der Zuwanderer im Landkreis oder Stadtgebiet führt das für die Anbieter von Sprach- und Integrationskursen zu einem Anstieg der Nachfrage. „Ich frage vorhandene Zahlen ab, die mir Einrichtungen und Ämter zur Verfügung stellen. Diese Daten arbeite ich auf und stelle sie allen Bildungsakteuren unserer Region als Bildungsberichte zur Verfügung“, erklärt sie.

Monitoring bedeutet so viel wie „Beobachtung“ oder „Kontrolle“. Ein Begriff, der das Protokollieren und die systemische Erfassung von Vorgängen oder Prozessen mit Hilfe von technischen Hilfsmitteln beschreibt. Mit dem Bildungsmonitoring können also die Grundlagen für die Weiterentwicklung des regionalen Bildungssystems verbessert werden. Verantwortliche aus Verwaltung und Politik können sich mit Hilfe von Bildungsberichten gezielt über die Bedingungen, die Entwicklungen und die Ergebnisse von Bildungsprozessen informieren. Nur wer genau weiß, welche Bildungsangebote es in allen Bereichen einer Region gibt und wie diese genutzt werden, kann zukunftsweisende Entscheidungen treffen. Beim Aufbau des Bildungsmonitorings stellen sich für jede Kommune praktische Fragen, die entscheidend für den Erfolg des Vorhabens sind. Welche Schritte sind nötig, um zügig vorzeigbare Ergebnisse zu bekommen? Wie entwickle ich die richtigen Fragestellungen? Woher bekomme ich und wie interpretiere ich die Daten? Was sind geeignete Formen der Publikation?

Innerhalb der dreijährigen Förderperiode soll ein umfassender Bildungsbericht über die Region Coburg Stadt und Land erarbeitet werden. „Wichtig ist, dass ich auch Zahlen erfasse, die langfristig ausgewertet werden können. Mit dem Förderprojekt wollen wir erreichen, ein Monitoring aufzubauen, das nachhaltig weitergeführt werden kann“, erklärt Förtschbeck, die eng mit Verwaltungen, Schulen, dem staatlichen Schulamt, Kitas, dem Jobcenter, dem Jugendamt oder Verantwortlichen im Bereich Senioren in Verbindung steht. Das Bildungsmonitoring soll mittels Zahlen, Daten und Fakten aufzeigen, wo und wie die Bildungsarbeit ansetzen soll: Wie hat sich die Bevölkerungszahl in unserer Region entwickelt? Welche Kindestageseinrichtungen gibt es und wie viele Mädchen und Jungen besuchen Grundschulen? Wie hoch ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die nach der Grundschule ans Gymnasium übertreten? Fast alles kann in Zahlen belegt werden: Wie viele Kinder mit Migrationshintergrund besuchen Kindertageseinrichtungen? Wie setzt sich die Jugendverbandsarbeit in Coburg zusammen?

„Im besten Falle fließen Erkenntnisse aus dem Monitoringprozess in laufende und geplante Vorhaben ein. Manche Zahlen werden erst richtig spannend, wenn man sie in Verbindung bringt oder mit anderen Städten und Landkreisen in Bayern vergleicht. Es gibt Prozesse, die auf Grund meiner Beobachtung und Beratung verbessert werden konnten“, weiß Tina Förtschbeck aus Erfahrung. Schließlich brauchen kommunale Bildungslandschaften zukunftsorientierte Lösungen und Angebote vor Ort, um in Städten und Landkreisen die Bildungschancen zu erhöhen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Besondere am gemeinsamen Monitoring ist, dass Coburg als kreisfreie Stadt deutschlandweit die einzige Kommune ist, wo Stadt und Landkreis in diesem Bereich kooperieren. „Das ist ein absolutes Alleinstellungmerkmal und zeigt, dass Bildung nicht an Stadtgrenzen halt macht“, so die Soziologin.

In der Bildungsregion Coburg gibt es Bildungsangebote für alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von Alter und Herkunft. Hier findet Bildung an vielen unterschiedlichen Orten ein ganzes Leben lang statt.

1. Bildungsbericht der Bildungsregion Coburg

© Bildungsregion Coburg